Heraus zum 1. Mai in Bern – Kämpfe verbinden, Unterdrückung überwinden!

(Programm befindet sich unter dem Aufruf)

Zurzeit ist einiges in Bewegung – weltweit, europaweit und auch in der Schweiz:

  • Ende Oktober 2018 entstand in Frankreich die sogenannte «Gelbwestenbewegung», welche seit ihrem Anfang fast jedes Wochenende ihren Widerstand auf die Strassen trägt. Ihre Forderungen und Aktionsformen sind divers; mithilfe von Strassenblockaden, Massendemonstrationen und militanten Aktionen konnten sie, von unten, die Mächtigen das Fürchten lehren.
  • Die Forderung nach mehr Umweltschutz entwickelte sich zu Beginn des Jahres zum weltweiten «Klimastreik». Dieser wurde und wird vor allem von Schüler*innen in ihren jeweiligen Städten organisiert und mit Demonstrationen sichtbar gemacht. Die Bewegung schaffte es innerhalb weniger Wochen, weltweit über hunderttausend Menschen zu mobilisieren und entfachte somit den Diskurs über Umweltzerstörung neu.
  • Vor knapp 30 Jahren wurde der erste und bislang letzte «Frauenstreik» in der Schweiz organisiert, um die in der Verfassung verankerte aber nie umgesetzte Gleichstellung der Geschlechter zu erzwingen. Nun wird seit einem Jahr ein neuer «Frauen*streik» organisiert und geplant, der am 14. Juni stattfinden wird. Dieser fordert die überfälligen Gleichstellung aller Geschlechter und setzt den nötigen Kampf für diskriminierungsfreies Zusammenleben fort.

Diese Kämpfe haben eines gemeinsam: Sie entstanden aus einer geteilten Unzufriedenheit mit dem Status quo. Sei es die französische Krankenpflegerin, die sich das Benzin nicht mehr leisten kann. Sei es der deutsche Gymnasiast, der sich um die Zukunft der Erde sorgt. Sei es die schweizer Informatikerin, die auch nach 100 Jahren Frauenkampf nicht gleichberechtigt ist. Sie alle sind wütend und kämpfen für eine bessere Zukunft. Dieser Kampf ist notwendiger denn je!
Denn unsere Lebensgrundlage, die Natur, wird zunehmend zerstört, die Schere zwischen Arm und Reich öffnet sich stetig weiter. Dies überrascht jedoch keineswegs, denn die kapitalistische Wirtschaft und ihre Produktionsweise funktionieren nach den Gesetzen des ewigen Wachstums, der Konkurrenz, des Eigentums und der Ausbeutung.
Konkret bedeutet dies: Überstunden, Stress, wenig bis kein Geld am Ende des Monats, psychische Belastung, Working Poor – die Liste ist lang – all das nur, um die Profitrate der Unternehmen zu steigern. Unsere Arbeit vermehrt das Kapital der Unternehmer*innen, das wiederum in unsere Ausbeutung investiert wird: Unsere Armut ist ihr Gewinn! Dass diese Produktionsweise auf Dauer nicht in Frieden und Freiheit für alle enden kann, ist logisch. Der verschwenderische Umgang mit dieser Erde, um durch ungebremstes Wachstum immer mehr Gewinn zu erreichen, ist nur für kurze Zeit und durch irreparable Umweltzerstörung möglich. Der ständige Wettstreit bei der Arbeit, der Wohnungssuche, dem Studium und in allen anderen erdenklichen Bereichen macht uns zu egoistischen, empathielosen und burnoutgefährdeten Konkurrent*innen. Das fördert patriarchale Unterdrückungsmuster und verwehrt uns ein solidarisches Zusammenleben.

Der 1. Mai ist und bleibt ein Kampftag. Deswegen setzen wir uns während der diesjährigen revolutionären 1. Mai Kampagne mit aktuellen Kämpfen auseinander. Wir wollen uns über sie informieren, sie verstehen, aus ihnen lernen und versuchen, sie mitenander zu verbinden. Nur unsere gemeinsame Solidarität, die sich gegen die Interessen der Nation und des Kapitals stellt, kann dieser Unterdrückung ein Ende bereiten.

Es liegt in unseren Händen, etwas zu ändern!

Programm zum 1. Mai 2019:

Im Rahmen der diesjährigen revolutionären 1. Mai Kampagne setzen wir uns mit aktuellen Kämpfen auseinander. Wir wollen uns über sie informieren, sie verstehen, aus ihnen lernen und versuchen, sie miteinander zu verbinden. Denn nur unsere gemeinsame Solidarität, die sich gegen die Interessen der Nation und des Kapitals stellt, kann diesen Unterdrückungen ein Ende bereiten. Es liegt in unseren Händen, etwas zu ändern!

Alle Veranstaltungen im Überblick

1. Mai, 14;00, Rosengarten Bern: Spiel und Spass
Spiel, Spass und Basteln für die Demo mit den Roten Falken.

1. Mai, 15:45, Rosengarten Bern: Demo
Besammlung für die revolutionäre 1. Mai Demo

1. Mai, ab 18:00, Schützenhaus Bern: Konzerte
Konzerte, Essen und Bar

3. Mai, 19:00, Gaskessel Bern: Klimastreik – Modeprotest oder eine nachhaltige, globale Bewegung?
Podiumsdiskussion zum „Klimastreik“
Die Forderung nach mehr Umweltschutz entwickelte sich zu Beginn des Jahres zum weltweiten „Klimastreik“. Dieser wurde und wird vor allem von Schüler*innen in ihren jeweiligen Städten organisiert und mit Demonstrationen sichtbar gemacht. Die Bewegung schaffte es innerhalb weniger Wochen, weltweit über hunderttausend Menschen zu mobilisieren und entfachte somit den Diskurs über Umweltzerstörung neu.
Am Freitag, 3. Mai teilen sich verschiedene Aktivist*innen ein Podium und debattieren über den Klimastreik. Wie entstand dieser und wie organisiert er sich? Was kann ich als Individuum gegen die drohende Katastrophe tun? Ist Umweltschutz im Kapitalismus möglich? – Diese Fragen und viele mehr werden im Gaskessel diskutiert.

5. Mai, 15:00, Kino Reitschule: Gelbwestenbewegung – Wutbürgertum oder Aufstand von Unten?
Input & Diskussion zur „Gelbwestenbewegung“
Ende Oktober 2018 entstand in Frankreich die sogenannte „Gelbwestenbewegung“, welche seit ihrem Anfang fast jedes Wochenende ihren Widerstand auf die Strassen trägt. Ihre Forderungen und Aktionsformen sind divers; mithilfe von Strassenblockaden, Massendemonstrationen und militanten Aktionen konnten sie, von unten, die Mächtigen das Fürchten lehren.
Am 5. Mai analysieren wir gemeinsam die „Gilets Jaunes“. Es gibt einen Input, Erfahrungsbericht von Aktivist*innen, die die Bewegung in Lyon unterstützen und anschliessend eine offene Diskussion.

9. Mai, 19:00, Frauenraum Bern: Frauen*streik, dessen Forderungen und Organisierung
Input & Diskussion zum „Frauen*streik“
Vor knapp 30 Jahren wurde der erste und bislang letzte „Frauenstreik“ in der Schweiz organisiert, um die in der Verfassung verankerte aber nie umgesetzte Gleichstellung der Geschlechter zu erzwingen. Nun wird seit einem Jahr ein neuer „Frauen*streik” organisiert und geplant, der am 14. Juni stattfinden wird. Dieser fordert die überfällige Gleichstellung aller Geschlechter und setzt den nötigen Kampf für diskriminierungsfreies Zusammenleben fort.
Am Donnerstag, 9. Mai nehmen wir den „Frauen*streik“ unter die Lupe, beleuchten dessen Forderungen und Organisierung. Dazu gibt es einen Input vom Streik-Komitee und eine anschliessende Diskussion.

11. Mai, 15:00, Ort Gaskessel Bern – Abschlussdiskussion
Diskussionsnachmittag zu „Aufgaben der Revolutionär*Innen bei Massenprotesten, deren Entstehung und Organisierung“
Am 11. Mai setzen wir uns gemeinsam mit Fragen auseinander wie: „Wie entstehen solche Massenproteste?“, „Wie können sie sich zu einer Bewegung entwickeln?“ und „Was ist die Aufgabe von Revolutionär*innen dabei?“

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