In der heutigen Marktwirtschaft verhungern täglich Tausende, während es eine Überproduktion von Nahrungsmitteln gibt. Es werden bewusst qualitativ schlecht konstruierte Verschleissprodukte hergestellt und daneben werden Luxusgüter produziert, die nur wenigen Menschen zu Gute kommen.

Allen Produkten ist aber eines gemeinsam: Sie werden nur hergestellt, um Profit zu erzielen! Was keinen Profit bringt wird nicht hergestellt, auch wenn es dringend benötigt wird. Jeder kennt die Beispiele. Die Arbeiter und Arbeiterinnen produzieren nicht, um die Dinge herzustellen die sie notwendig finden. Sie produzieren weil sie auf eine Arbeitsstelle angewiesen sind und Geld verdienen müssen – und deshalb müssen sie sich dem kapitalistischen Produktionszweck unterordnen.

Die Kapitalisten und Kapitalistinnen die in Konkurrenz zueinander stehen, versuchen soviel Reichtzum wie möglich auf sich zu ziehen. Wie sie das machen, ist allen bekannt: Produktivität steigern, Lohnkosten senken. Und das ist kein Segen für die betroffenen Arbeiter und ArbeiterInnen. Denn es bedeutet für sie Verarmung und Verausgabung.

Die kapitalitische Produktionsweise verschlingt heute unglaubliche Mengen an Arbeitskraft, Kreativität, Ideen, Ressourcen und Zeit. Das kommt dem Kapital und nicht der grossen Mehrheit der Proletarier und Proletarierinnen zugute.
Die Herstellung und Verteilung von Gütern und  Dienstleistungen, damit alle Menschen ein gutes Leben haben, ist NICHT der Zweck im Kapitalismus. Längst beweisen Studien, wieviel Arbeitsstunden der Mensch bei einer konsequenten Bedürfnisproduktion noch leisten müsste, um den Bedarf aller Menschen der Erde zu befriedigen. Zurzeit liegen diese Zahlen zwischen fünf und acht Stunden – wöchentlich!

In einer kapitalistischen Ökonomie lohnt es sich nicht, den Hunger zu besiegen, denn die hungernden Menschen stellen keinen „Markt“  dar, sie sind zu arm um die Lebnsmittel bezahlen. Rüstung hingegen, um nur ein markantes Beispiel zu nennen, ist ein gewinnbringendes Geschäft.

Die heutige Wirtschaftsweise, ist schädlich für uns Lohnabhängigen und für die Natur. Genau deshalb wollen wir sie durch eine Bedarfswirtschaft ersetzen.

Wie das Wort Bedarfswirtschaft schon sagt, geht es darum, zu produzieren, was gebraucht wird – also was Bedarf ist. In einer Bedarfswirtschaft wären alle Menschen kollektive Besitzer und Besitzerinnen ihrer Produktionsmittel und Konsumenten und Konsumentinnen gleichzeitig. Sie würden gemeinsam bestimmen und planen, was sie produzieren, wie sie es produzieren und wie die Produkte verteilt werden.

Durch die dezentrale Vernetzung einer solchen Gesellschaft würden viele Güter in der näheren Umgebung erzeugt und verbraucht. Es ist ökologischer Wahnsinn, dass heute viele Produkte nur aufgrund eines Handelgewinns um die ganze Erde hin- und her transportiert werden!

Gleiches liesse sich für die Weiterverarbeitung von Rohstoffen erreichen, die sich heute – ebenfalls aus Gründen des Profits – überwiegend die Kapitalisten der reichen Industrieländer gesichert haben. Eine Weiterverarbeitung könnte ebenso gut an den Orten erfolgen, wo die Rohstoffe vorkommen. Transport wäre dann nur noch für Produkte nötig, die etwa nur in bestimmten Klimazonen gedeihen oder an bestimmten Plätzen leichter hergestellt werden können.

Das Funktionieren einer Bedarfswirtschaft würde dezentrale, kollektiv organisierte und selbstverwaltete Gemeinschaften voraussetzen. Die Arbeiten müssten Kollektiv organisiert und überregional abgestimmt werden.
Je nachdem, wie viele Menschen eine Produktions- oder Dienstleistungseinrichtung benutzen und bedienen, sind kleinere oder grössere Zusammenschlüsse sinnvoll. Wie viele Gemeinschaften sich jeweils zusammenschliessen, müsste an verschiedenen Kriterien abgewogen werden. Es muss mit eingerechnet werden, wie hoch der Bedarf an einer Dienstleistung oder einem Produkt auf einer gewissen geographischen Fläche ist, welche Ressourcen und welcher Arbeitsaufwand für die Herstellung der Produktionsmittel benötigt wird und wie weit der Transport- und Arbeitsweg wäre. So wäre es möglich, in allen Bereichen auf herrschaftsfreien, bewussten Entscheidungen aufzubauen. Es würden andere Entscheidungen getroffen werden, als diese heute von den Konzernen getroffen werden. Ein sinnvoller Umgang mit Ressourcen und Arbeitsprozessen würde sich ergeben. Aufwand und Ertrag würden abgeschätzt, Bedürfnis und Vernunft würden bestimmen. Somit würde die Arbeit endlich auf das reduziert werden, was sie wirklich ist: Mittel zum Zweck und nicht Lebensinhalt!

In dem wir die kapitalistische Konkurrenz abschaffen, schaffen wir zugleich eine solidarische Gesellschaft. Eine Gesellschaft, in der es nicht mehr darum geht, alle anderen auszustechen, sondern gemeinsam unsere kollektiven und individuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Proletarier_innen haben nichts zu verlieren, als ihre Ketten – aber sie haben eine Welt zu gewinnen!