Deepwater Horizon und Fukushima sind nur die Spitze des Eisberges an Umweltkatastrophen, welche der Kapitalismus Tag für Tag in Kauf nimmt und zum Teil aktiv produziert. Im Namen der Profitmaximierung geschieht so vieles, was vernünftig denkende Menschen nie im Leben umsetzen würden. Doch es ist Tatsache, dass der Kapitalismus etwas Unvernünftiges ist. Durch die Potenzierung von Profit und Macht auf wenige Menschen wird dieser Planet in den Schlund einer globalen Katastrophe geführt. Unsere Erde, welche zudem die Lebensgrundlage aller Lebewesen ist, wird tagtäglich weiter zerstört und bringt immer krassere Katastrophen hervor. In diesem Text wollen wir, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben, aufzeigen, wie der Kapitalismus unsere Lebensgrundlage zerstört.

Zuerst zur Frage, warum der Kapitalismus unsere Lebensgrundlage zerstört:
Der Kapitalismus fusst auf dem Prinzip der Gewinnmaximierung und der Konkurrenz. Um aus diesem Prinzip als Gewinner herauszugehen, muss der Produzent / die Produzentin die Produktionskosten so tief wie möglich halten, um einen möglichst hohen Profit zu erzielen. In den Produktionskosten sind neben Lohn- und Materialkosten auch die Kosten der Abfallentsorgung und der Sicherheit dabei. Doch je niedriger die Produktionskosten, umso schädlicher und gefährlicher ist dies für unsere Lebensgrundlage. Giftige Abfälle werden in die Natur gekippt, die natürlichen Ressourcen werden ohne Rücksicht erschöpft, Gemüse und Früchte werden mit Pestiziden überzogen, um eine möglichst ertragreiche Ernte zu erhalten, Atomkraftwerke werden gebaut trotz den bestehenden Risiken und dem ungelösten Abfallproblem. Es ist das Grundprinzip des Kapitalismus, welches keine Rücksicht nimmt auf unsere Lebensgrundlage und sie immer weiter zerstört.


Beispiel Atomkraft

Atomkraft ist wohl das drastischste Beispiel der kapitalistischen Unvernunft. Obwohl die ganzen Gefahren der Atomkraft bekannt sind und das Abfallproblem immer noch ungelöst ist, wird Atomkraft aus einer Kombination von kapitalistischen und staatlichen Interessen immer weiter im Gewinnmaximierungsprozess eingesetzt. Für die nationalen Energiebestrebungen, die einen kurzfristigen Unternehmensgewinn und sehr langfristige Schäden bringen, für welche die ganze Gesellschaft aufkommt, stehen momentan 438 Atomkraftwerke weltweit im Einsatz.
Gut verdeutlicht wird das Risiko der Atomkraft durch die Halbwertszeiten der radioaktiven Stoffe: Jod131 = 8 Tage / Caesium137 = 30 Jahre / Plutonium239 = 24´110 Jahre / Uran235 = 703´800´000 Jahre / Uran238 = 4´468´000´000 Jahre / Thorium232 = 14´050´000´000 Jahre1.

Ein Witz ist die Behauptung der Atomlobby, dass die Wahrscheinlichkeit eines Supergaus nur alle 10´000 Jahre bestehe. Machen wir eine einfache Rechnung: Nehmen wir die 10´000 Jahre und dividieren wir diese durch die momentan auf der Welt bestehenden AKWs, so ergibt dies 22,8 Jahre. Diese Zahl scheint leider realistisch, wenn wir den zeitlichen Abstand zwischen Tschernobyl und Fukushima betrachten.

Beispiel Ölindustrie

Die Jagd nach dem schwarzen Gold, welche sogar mit dem Mittel des Krieges geführt wird, geht unvermittelt weiter, trotz dem Wissen des CO2-Effekts und dem Wissen über die Zerstörungsgewalt von Ölkatastrophen. Die Sicherheitsvorkehrungen im Fall von Katastrophen sind sehr mangelhaft, um höhere Produktionskosten zu verhindern. Katastrophen werden hingenommen, solange Profit erzeugt werden kann. Die erste Ölkatastrophe ereignete sich bereits im Jahre 1910, als in Kalifornien (USA), 1´230´000 Tonnen Erdöl nach einem Blowout über 18 Monate ungehindert ausflossen2. Die Katastrophen ziehen sich über die letzten 100 Jahre3 weiter und führen immer wieder zur Zerstörung von zum Teil höchst sensiblen, einzigartigen Ökosystemen. Ein Tropfen Rohöl reicht aus, um rund 8000 Liter Trinkwasser zu vergiften. Die betroffenen Ökosysteme haben sich bis heute nicht erholt und werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nie wieder erholen4. Neben den Ökosystemen werden auch die dort lebenden Tiere dezimiert. Viele Tierbestände erholen sich nur schlecht von den durch Profitdenken erzeugten Desastern.


Beispiel Tierindustrie

Laut einem Bericht vom November 2006 der Vereinten Nationen 5, generiert die industrielle Tierhaltung mehr Treibhausgase als Autofahren. Die Studie fand heraus, dass die Tiere aus der Tierindustrie 35-40% aller Methan -Abgase (die 23 mal mehr zur globalen Erwärmung beitragen als CO2), 65% des Stickoxids (das 320 mal mehr zur globalen Erwärmung beiträgt, wie die gleiche Menge CO2), und 64% des Ammoniaks (das zum sauren Regen beiträgt) produzieren. Nebst den signifikanten Klimaveränderungen trägt die global wachsende Fleisch- und Milchindustrie extrem viel zur Wasserverschmutzung bei sowie zur Entwaldung wegen Weideland für Tiere und deren Nahrungsprodukte. Fast 30% der gesamten nutzbaren Landoberfläche auf Erden wird für Weideland verwendet. Davon abgesehen vegetiert der grösste Teil der sogenannten Nutztiere in absolut schäbigen Verhältnissen, welche nicht mit dem Leben zu vergleichen sind, das die Tiere ohne menschlichen Einfluss und Ausbeutung führen würden. Ebenso rechtfertigt hier das Prinzip der Gewinnmaximierung die Zerstörung unserer Lebensgrundlage und zeigt das rücksichtslose, speziesistische Verhalten gegenüber anderen Lebewesen auf.

Schon diese drei Beispiele reichen völlig um aufzuzeigen, dass der Kapitalismus aufgrund von Profitmaximierung unsere Lebensgrundlage zerstört. Um diese Zerstörung zu stoppen, muss der Kapitalismus in einem revolutionären Prozess überwunden werden und eine hierarchiefreie, ökologisch nachhaltige Bedarfswirtschaft organisiert werden. Dies ist unser Weg für die Zukunft, denn mit dem Kapitalismus gibt es auf Dauer keine Zukunft!

Erde zuerst! Kapitalismus überwinden!



[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Radioaktivität
[2] http://de.wikipedia.org/wiki/Lakeview_Gusher
[3] http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_bedeutender_Ölunfälle
[4] http://www.oelkatastrophe.net
[5] http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=20772&Cr=global&Cr1=environment#